S-RAM-5

Während der langen Wintermonate wollte ich ja eigentlich die Abdeckung bauen und mich um den Mähmotor kümmern.

Nun ja. Daraus wurde nichts. Ich nahm das bisherige Modell - den S-RAM-4 - noch einmal genau unter die Lupe und mir fielen ein paar wesentliche Punkte auf, die ich so nicht stehen lassen wollte:

Die Rahmenkonstruktion war zur groß, zu hoch, zu schwer, die Profile zu massiv, der Schwerpunkt des ganzen Modells zu hoch. Alles in Allem: für einen ersten Prototypen nicht schlecht aber eindeutig verbesserungswürdig.

Also zerlegte ich das komplette Ding in seine Einzelteile und konstruierte den Rahmen vollständig neu. Das Ergebnis: nur noch halb so hoch, wesentlich leichter und irgendwie schnittiger

Und noch ein wesentlicher Punkt wurde geändert. Im Rahmen ist nun endlich so viel Platz, dass der Mähmotor hineinpasst. Das war nämlich beim Vorgängermodell nicht der Fall (Eine Rasenmäherkonstruktion, in die kein Mähmotor passt...eieiei). Na, wie auch immer. Jetzt passt er rein, theoretisch auf jeden Fall. Praktisch muss ich die Aufnahme für den Mähmotor allerdings noch zusammenschweißen.

Die Einzelteile warten in der Garage auf ihre erneute Montage. Sobald es wärmer wird, geht es los.

S-RAM-4

Hier ist es nun, das Projekt, das meinem Drang zu Schreiben etwas das Wasser abgegraben hat, der S-RAM.

Das Ziel des Projektes ist ein ferngesteuerter Rasenmäher. Seit ich so etwas mal auf Youtube gesehen habe, stand für mich fest: so was will ich auch. Die Preise für den käuflichen Erwerb eines solchen Gerätes bremsten den Enthusiasmus vorübergehend. Aber nur vorübergehend. So etwas selbst zu bauen konnte doch nicht so schwer sein...So als Ingenieur und Bastler. Zum Glück bin ich meinem Gemüt her so stabil aufgestellt, dass ich gut mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen kann. Sonst wäre es bitter geworden, sehr, sehr bitter.

Anfangs sollte der S-RAM noch ein Kettenfahrwerk haben. Aber einen Kettenantrieb zu kaufen kam nicht in Frage - viel zu teuer (vielleicht daher die hohen Preise der käuflichen Modelle). Einige Anläufe, einen Kettenantrieb selber herzustellen scheiterten grandios und bevor das ganze Projekt gegen die Wand fuhr (oder halt auch nicht...), entschied ich mich für die erste Kehrtwendung:

Keine Ketten mehr, dafür Räder, anfangs vier, dann nur noch drei, dafür aber beide Hinterräder separat angetrieben und steuerbar wie ein Panzer. Die Auswahl der Räder durchlief ebenfalls eine Vielzahl von Wendungen (und gescheiterten Versuchen), bis ich mich schließlich für die Hinterräder eines Minimotorrads entschied. Zwei Stück davon, mit Zahnrad versehen und Motoradkettenantrieb zu jeweils einem Elektromotor.

Ein paar Bilder...

Die Motoren, je 500W (ohhh ja: die Männerversion eines ferngesteuerten Autos...) werden von zwei Autobatterieen gespeist. Das Ganze auf einem federnden Stahlrahmen montiert. Der Rahmen, ja der Rahmen hat auch einigen Konstruktionsänderungen hinter sich. Teile zugesägt, geschweißt und für die nächste Version wieder teilweise zerschnitten und neu verschweißt. Wenn man genau hinsieht erkennt man die Spuren der verschiedenen Stadien. Aber was solls. Es ist ein Prototyp und irgendwie muss der so aussehen, sonst könnte man ja meinen, es hätte alles auf Anhieb geklappt...

Die Auswahl der Fahrtregler zur Ansteuerung der Motoren per Fernsteuerung stellte sich als weiterer Hindernisparcour heraus. Entweder hielten die Regler zwar die Spannung aus, die Motoren aber forderten zu viel Strom und die Sicherungen flogen bei jeder Kurve raus oder aber der Strom war verkraftbar, jedoch die Spannung von 24V zu hoch. Ich verfüge nun über eine kleine Sammlung verschiedenster Regler... Schließlich fand ich aber die passenden Teile und das Grundmodell fuhr tatsächlich los. Allerdings nur so lange, bis ein ziemlich amateurhafter Kurzschluss einen der Regler mit heftigen Rauchzeichen in die ewigen Jagdgründe schickte. Also wieder alles demontieren - dabei gleich noch ein paar Konstruktionsänderungen einfließen lassen - die Elektronik neu verkabeln und alles gut Isolieren - und fertig war der S-RAM 4 (ich habe nur die wirklich groben Konstruktionsänderungen mit einer neuen Versionsnummer versehen, sonst würde die riesenlange Nummer irgendwann nicht mehr als Typenbezeichnung auf die Verkleidung passen :-) ).

Jetzt habe ich also eine ferngesteuerte Riesenmodellauto-Dingens-Konstruktion, die nach allem möglichen aussieht - nur nicht nach einem Rasenmäher. Hauptsächlich deshalb, weil noch kein Mähmotor eingebaut ist. Aber das ist einer der nächsten Schritte.
Für den Moment bin ich aber ganz zufrieden. Das Ding fährt und schaukelt mit beachtlichem Tempo über die Wiesen. Vollständig geländegängig.

Videos der Testfahrten sind unten verlinkt. So weit so gut. Als Nächstes werde ich erst einmal ein Gehäuse über den ganzen Kabelsalat setzen, damit es etwas cooler aussieht und die empfindlichen Teile ein wenig geschützt sind. Danach geht es an den Mähmotor...